Den ganzen Vormittag mit anstrengenden Terminen vertrieben, dann nach Hause gegen Sechs, mit dem Wissen, das wir mit Jizzos neuem Bus zu einem kostenlosen Festival fahren. Gegen Abend rief dann S. an und lud mich zu Ihrem Geburtstag ein (Asche auf mein Haupt, ich wusste es gar nicht), was die Planung für den Abend umwarf. M. war auch im Stadtteil und entschied sich deswegen, mich zu besuchen, ich nahm Sie dann erfolgreicher Weise als Überraschungsgast mit. Während M. also hier noch am PC abhing, machte ich mich fertig, anschliessend machten wir uns ein Bier auf und gingen los. Die Party war schon in vollem Gang und alles war irgendwie, naja, mittelmäßig. Es fehlt schwer, gute Stimmung in einer arschkleinen Wohnung, in der fast 20 Leute waren, die in einer total beschissenen Gegend und dazu im 5ten Stock ist, aufkommen zu lassen. Erst als die Musik von Bob Marley Richtung Prince, Ice Cube und Michael Jackson (man könnte fast meinen, das es eine echte 90er Party war) drehte, begaben sich einige nette Damen mit Sonnenbrillen in die Mitte des Raums und präsentierten Ihre Tanzkünste..wie pathetisch..sie tanzten ganz einfach. Die heterosexuellen Jungen wippten nur ganz cool mit dem Oberkörper- ein Lehrstück in Sachen Emanzipation. Weil eine Person unbedingt Getränke servieren wollte, orderte ich ein Wodka Lemon und die Party begann so langsam, interessant zu werden, um sich dem vorläufigen Höhepunkt zu nähern; die Entscheidung, in die Stadt zu gehen, wurde gefällt.
Alleine auf der Strasse zu stehen war lustig, einerseits wegen der Agetrunkenheit, andererseits weil wir mittlerweile 15 Leute waren. Ab jetzt wird es schwierig mit der Rekonstruktion. Wir sind rumgelaufen, haben Scheisse auf Polnisch, Russisch, Englisch und Afghanisch gelabert, die in Russland aufgewachsenen Leute unter uns haben sich über den harten russischen Dialekt von Einwanderen in Deutschland lustig gemacht, den Sie selbst mal hatten. Ein blöder Runninggag war beispielsweise die Vorstellung einer romantischen Anmache; "Sohll isch dich piäksen?"- that kinda Schwachsinn halt. Ich hab Leute getroffen, die meine Single schon kannten, worüber ich mich gefreut hab und Sie sich auch, weil die mich unbedingt mal kennenlernen wollten. Ausserdem traf ich einen anderen MCee, was in dieser Stadt wirklich an einer Hand abzuzählen ist, wir hatten zumindestens schonmal gemeinsame Bekannte und haben Nummern getauscht. Ach genau, ich hab Ihn wegen seinem Olli Banjo-Shirt angesprochen und Ihm von dem Track "Volksmusik" erzählt und er mochte die selbe Line, die ich Anfang der Woche mal in der Weisheiten-Rubrik zitiert hatte, auch. Sehr gut. Negativpunkt war eine Geschichte, die sich vorher ereignet hatte- eine andere S. scheint wohl magersüchtig zu sein. Gegen 3 Uhr sind wir dann in die letzte Kneipe zum Absturz gegangen. Die Erfinderin des piäksen- Gag war so besoffen, das Sie die ganze Zeit von den Klitschkos und dem Wrestler "The Rock" sprach, mit denen Sie gerne mal was hätte. An einem anderen Tisch sassen zwei Jungs, von denen ich einen zu mir winkte und Ihm besoffenerweise eine aufregende Nacht versprach, wenn er sich als Waldemar Klitschko, der verlorene Sohn der Familie, präsentieren wurde (passt wohl bisschen zu der Onkel Rooney-Geschichte). Weil er ebenfalls besoffen war, wurde aus Waldemar Peter-Maria Klitschko, der Typ gab fleissig Autogramme und dann kam irgendjemanden aufs Thema Battlen. Der angebliche Klitschko stand auf und fragte mich, ob ich Musik machen würde und begann auf meine postive Antwort hin, wie auf Pep zu fronten. Das war so lächerlich, das meine etwas kompetenteren Homees unter uns den Kopf zu Boden neigten. Klitschkos Freund kam auch an und beteiligte sich am gefronte im Stile seines Vorgängers mit "Haus Maus Klaus"- Style Reimen. Weil ich besoffen war, hab ich einmal reagiert und es dann gelassen. Am Ende fragten unsere neuen Freund, wie denn mein Künstlername wäre, nachdem ich Ihnen den sagte, meinten Sie wirklich (und ich verbürge mich für diese Aussage); "Wow, wir hatten ein Battle mit Johnny Mutante." Da war ich ganz verzückt und wir sind mit der Gruppe nach Hause gegangen, bevor sich die Leute anfangen würden, auszuziehen. M. pennte auch noch bei mir...naja... Achja; gegen 9 Uhr bin ich aufgewacht, drehte mich zur Couch um, wo die Person vorher geschlafen hatte. M. lag mit weit geöffneten Augen, was mich, höflich wie ich nunmal bin, zu der Aussage verleitete, ob die Person gut geschlafen hätte. Nach dem diese das bejahte, hab ich mich einfach umgedreht und weitergeschlafen. Total überraschenderweise war M. dann gegen 12 weg.
Yap, das war mein Freitag.
Kosten: 10€
Kater: Nachdem ich ausgeschlafen hatte, nein
Grössere Peinlichkeiten als ich besoffen war: bisher noch keine Bekannt
Leute: Durchgehend sehr symphatisch
Neue Leute kennengelernt: Definitiv, einige sogar